8. April 2022, Die Steuerfrau

Steu­er­tipps 2021 für Selb­stän­dige, Frei­be­rufler & Kleinunternehmer

 

Das Jahr 2021 war ein heraus­for­derndes und beson­ders Jahr. Die Corona Krise hat einen maßgeb­li­chen Einfluss auf die Steu­er­erklä­rungen und den Jahres­ab­schluss für 2021.

Recht­zeitig vor Erstel­lung des Jahres­ab­schlussses empfiehlt es sich einen Steuer-Check zu machen!

Ihre Steuer­beraterin Mag. Leila Claudia Sabata berät Sie gerne und hat die wich­tigsten Steu­er­tipps für Klein­un­ter­nehmer, Frei­be­rufler und Immo­bi­li­en­be­sitzer zusammengestellt.

Die 14 wich­tigsten Steu­er­tipps für Unter­nehmer und Immo­bi­li­en­be­sitzer für ihre Steuer­erklärung 2021: 

  1. Degres­sive Abschreibung

Degres­sive Abschrei­bung für nach dem 30.6.2020 ange­schaffte oder herge­stellte Wirt­schafts­güter kann die Abschrei­bung mit einem unver­än­der­li­chen Prozent­satz von bis zu 30% vom jewei­ligen (Rest)Buchwert erfolgen. Bei Inbe­trieb­nahme in der zweiten Jahres­hälfte steht der Halb­jah­res­satz zu.

Ausge­nommen sind:
– Gebäude,
– KFZ mit CO2-Emis­si­ons­werten von mehr als 0 g/km,
– gebrauchte Wirt­schafts­güter,
– unkör­per­liche Wirt­schafts­güter, (Ausnahmen: Digi­ta­li­sie­rung, Ökolo­gi­sie­rung und Gesund­hei­t/­Life-Science zuzu­ordnen sind;
– Anlagen zur Förde­rung, Trans­port, Spei­che­rung oder Nutzung fossiler Energieträger.

  1. Beschleu­nigte AfA bei Anschaf­fung oder Herstel­lung von Gebäuden (Immo­bi­li­en­be­sitzer aufgepasst!)

Für Gebäude, die nach dem 30. Juni 2020 ange­schafft oder herge­stellt worden sind, ist eine beschleu­nigte AfA vorge­sehen. Der bisher gültige Abschrei­bungs­pro­zent­satz von Gebäuden beträgt ohne Nach­weis der Nutzungs­dauer 2,5% bzw. 1,5% bei für Wohn­zwecke über­las­senen Gebäuden.

Im Jahr, in dem die AfA erst­malig zu berück­sich­tigen ist, kann nun höchs­tens das Drei­fache des bisher zuläs­sigen Höchst­satzes (also 7,5% bzw. 4,5%) und im darauf­fol­genden Jahr höchs­tens das Zwei­fache (also 5% bzw. 3%) abge­schrieben werden. Ab dem zweit­fol­genden Jahr erfolgt die Bemes­sung der AfA wie bisher.

Die Halb­jah­res­ab­schrei­bungs­re­ge­lung ist nicht anzu­wenden, sodass auch bei Anschaf­fung oder Herstel­lung im zweiten Halb­jahr der volle Jahres-AfA-Betrag aufwands­wirksam ist.

  1. Halb­jah­res­ab­schrei­bung

Grund­sätz­lich steht die volle Halb­jah­res­ab­schrei­bung zu, selbst wenn man erst am 31. Dezember ein Wirt­schaftsgut noch anschafft und in Betrieb nimmt.

Handelt es sich um ein gering­wer­tiges Wirt­schaftsgut mit einem Anschaf­fungs­wert von nicht mehr als € 800, so kann der volle Betrag noch heuer steu­er­lich abge­setzt werden.

  1. COVID-19-Inves­ti­ti­ons­prämie

Die steu­er­freie COVID-19-Inves­ti­ti­ons­prämie beträgt 7% von bestimmten Neuin­ves­ti­tionen und erhöht sich auf 14% bei Neuin­ves­ti­tionen in den Berei­chen Klima­schutz, Digi­ta­li­sie­rung, Gesund­heit und Life-Science.

Geför­dert werden mate­ri­elle und imma­te­ri­elle akti­vie­rungs­pflich­tige Neuin­ves­ti­tionen in das abnutz­bare Anla­ge­ver­mögen (auch für gebrauchte Anla­ge­güter) eines Unter­neh­mens an öster­rei­chi­schen Stand­orten, für die zwischen dem 1.9.2020 und 28.2.2021 diese Förde­rung bean­tragt werden konnte.

Nicht förde­rungs­fähig sind insbe­son­dere klima­schäd­liche Inves­ti­tionen, unbe­baute Grund­stücke, Unter­neh­mens­über­nahmen und akti­vierte Eigenleistungen.

Die Mindest­in­ves­ti­ti­ons­summe pro Antrag muss € 5.000,00 betragen.
Die Inbe­trieb­nahme und Bezah­lung der Inves­ti­tion muss dann bis längs­tens 28.2.2022 erfolgen.

  1. Dispo­si­tion über Einnahmen und Ausgaben 

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können durch Vorziehen von Ausgaben (zB Akonto auf Waren­ein­käufe, Mieten 2022 oder SVS-Beitrags­nach­zah­lungen für das Jahr 2021) und Verschieben von Einnahmen ihre Einkünfte steuern.

Dabei ist aber zu beachten, dass regel­mäßig wieder­keh­rende Einnahmen und Ausgaben, die 15 Tage vor oder nach dem Jahres­ende bezahlt werden, dem Jahr zuzu­rechnen sind, zu dem sie wirt­schaft­lich gehören.

  1. Steu­er­op­ti­male Verlustverwertung 

Mit dem Konjunk­tur­stär­kungs­ge­setz 2020 wurde die Möglich­keit geschaffen, nicht ausgleichs­fä­hige nega­tive betrieb­liche Einkünfte des Veran­la­gungs­zeit­raumes 2020 auf Antrag auf die Veran­la­gung 2019 und unter bestimmten Umständen auf die Veran­la­gung 2018 rück­zu­tragen und mit den posi­tiven Einkünften dieser Jahre zu verrechnen.

Die voraus­sicht­li­chen Verluste 2020 können bei der Steuer­erklärung 2019 durch Bildung eines beson­deren Abzugs­pos­tens (soge­nannte COVID-19-Rück­lage) berück­sich­tigt werden.

TIPP: Auch der Verlust eines Einnahmen-Ausgaben-Rech­ners ist unbe­schränkt vortragsfähig.

  1. Gewinn­frei­be­trag

Allen einkom­men­steu­er­pflich­tigen natür­li­chen Personen steht der Gewinn­frei­be­trag (GFB) unab­hängig von der Gewinn­ermitt­lungsart zu und beträgt bis zu 13% des Gewinns, max € 45.350 pro Jahr.

Ein Grund­frei­be­trag von 13% von bis zu € 30.000 Gewinn steht Steu­er­pflich­tigen auto­ma­tisch zu (13% von € 30.000 = € 3.900). Für Gewinne über € 30.000, steht ein über den Grund­frei­be­trag hinaus­ge­hender (inves­ti­ti­ons­be­dingter) GFB nur zu, wenn der Steu­er­pflich­tige im betref­fenden Jahr bestimmte Inves­ti­tionen getä­tigt hat.

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  1. Bewir­tungs­spesen

Ausgaben in der Zeit vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 anläss­lich der Bewir­tung von Geschäfts­freunden können zu 75 % (statt bisher 50 %) abge­zogen werden.

  1. Spenden aus dem Betriebsvermögen 

Spenden aus dem Betriebs­ver­mögen an bestimmte im Gesetz genannte begüns­tigte Insti­tu­tionen sind bis maximal 10% des Gewinns des laufenden Wirt­schafts­jahres steu­er­lich absetzbar.

  1. Forschungs­prämie

Für Forschungs­auf­wen­dungen (Forschungs­aus­gaben) aus eigen­be­trieb­li­cher Forschung kann heuer eine Forschungs­prämie von 14% bean­tragt werden.

Die prämi­en­be­güns­tigten Forschungs­auf­wen­dungen (Ausgaben) bei eigen­be­trieb­li­cher Forschung sind betrags­mäßig nicht gede­ckelt.

Geför­dert werden gene­rell Aufwen­dungen (Ausgaben) „zur Forschung und expe­ri­men­tellen Entwick­lung“ (dh sowohl Grund­la­gen­for­schung als auch ange­wandte und expe­ri­men­telle Forschung im Produk­tions- und Dienst­leis­tungs­be­reich, zB auch Aufwen­dungen bzw Ausgaben für bestimmte Soft­ware­ent­wick­lungen und grund­le­gend neue Marke­ting­me­thoden). Die Forschung muss in einem inlän­di­schen Betrieb oder einer inlän­di­schen Betriebs­stätte erfolgen.

  1. Das Elek­tro­auto – zahlt sich wirk­lich aus! 

Bislang bestand der Anreiz für ein E‑Auto darin, dass die Kosten für alle Unter­nehmer vorsteu­er­ab­zugs­fähig sind.

Der volle Vorsteu­er­abzug steht aller­dings nur bei Anschaf­fungs­kosten bis maximal € 40.000 brutto zu.
Aber Achtung: Hybrid­fahr­zeuge sind nicht von den Begüns­ti­gungen der reinen Elek­tro­autos umfasst.

NEU 2020: Seit 1.1.2020 steht auch allen Kraft­rä­dern mit einem CO2-Emis­si­ons­wert von 0g/km (zB Motor­räder, Motor­fahr­räder, Quads, Elek­tro­fahr­räder und Selbst­ba­lance-Roller) der Vorsteu­er­abzug zu. Die Förde­rung der E‑Mobilität macht Elek­tro­autos so günstig wie noch nie.

Zur staat­li­chen Umwelt­för­de­rung iHv € 3.000 über den Fahr­zeug­händler und die Inves­ti­ti­ons­prämie iHv 14% der Anschaf­fungs­kosten kommen noch je nach Bundes­län­dern unter­schied­liche Förde­rungen hinzu. Neu ist auch die Möglich­keit der degres­siven Abschrei­bung für Kfz mit einem CO2 Emis­si­ons­wert von 0 g/km.

TIPP: Elek­tro­autos sind wegen der fehlenden CO2-Emis­sionen nicht NoVA-pflichtig und von der motor­be­zo­genen Versi­che­rungs­steuer befreit. Für jene Mitar­beiter, die das arbeit­ge­b­er­ei­gene Elek­tro­auto privat nutzen dürfen, fällt kein Sach­bezug an.

  1. Umsatz­grenze für Kleinunternehmer 

Unter­nehmer mit einem Jahres-Netto­um­satz von bis zu € 35.000 sind umsatz­steu­er­lich Klein­un­ter­nehmer und damit von der Umsatz­steuer befreit.

Je nach anzu­wen­dendem Umsatz­steu­er­satz entspricht dies einem Brut­to­um­satz (inkl USt) von € 38.500 (bei nur 10%igen Umsätzen, wie zB Wohnungs­ver­mie­tung) bis € 42.000 (bei nur 20%igen Umsätzen).

Bei Inan­spruch­nahme der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung darf keine Umsatz­steuer in Rech­nung gestellt werden. Über­dies geht der Vorsteu­er­abzug für alle mit den Umsätzen zusam­men­hän­genden Ausgaben verloren.

Steu­er­be­freite Klein­un­ter­nehmer, die sich mit ihrem Umsatz knapp an der Klein­un­ter­neh­mer­grenze bewegen, sollten recht­zeitig über­prüfen, ob sie die Umsatz­grenze von netto € 35.000 im laufenden Jahr noch über­schreiten werden. Eine einma­lige Über­schrei­tung um 15% inner­halb von 5 Jahren ist unschäd­lich. Wird die Grenze über­schritten, müssen bei Leis­tungen an Unter­nehmer allen­falls noch im Jahr 2020 korri­gierte Rech­nungen mit Umsatz­steuer ausge­stellt werden.

In vielen Fällen kann es sinn­voll sein, auf die Steu­er­be­freiung für Klein­un­ter­nehmer zu verzichten (etwa um dadurch in den Genuss des Vorsteu­er­ab­zugs für die mit den Umsätzen zusam­men­hän­genden Ausgaben, zB Inves­ti­tionen, zu kommen). Der Verzicht wird vor allem dann leichter fallen, wenn die Kunden ohne­dies weitaus über­wie­gend wiederum vorsteu­er­ab­zugs­be­rech­tigte Unter­nehmer sind.

NEU 2020: Pauscha­lie­rungs­mög­lich­keit für Einnahmen-Ausgaben-Rechner
Seit 2020 besteht die Möglich­keit, den Gewinn aus einer selb­stän­digen oder gewerb­li­chen Tätig­keit pauschal zu ermit­teln, wenn die Umsätze nicht mehr als € 35.000 betragen.

Bei der Gewinn­ermitt­lung sind dabei die Betriebs­aus­gaben pauschal mit 45% bzw 20% bei Dienst­leis­tungs­be­trieben anzu­setzen. Daneben können nur noch Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge abge­zogen werden. Der Gewinn­grund­frei­be­trag steht eben­falls zu. Da bei neben­be­ruf­li­chen Einkünften (zB Vortrags­tä­tig­keit, Auto­ren­ho­no­rare) sehr oft ohnehin nur geringe Betriebs­aus­gaben anfallen, kann die Inan­spruch­nahme der Pauscha­lie­rung inter­es­sant werden.

  1. Ende der Aufbe­wah­rung für Unter­lagen aus 2014 

Zum 31.12.2021 läuft die 7‑jährige Aufbe­wah­rungs­pflicht für Bücher, Aufzeich­nungen, Belege etc des Jahres 2013 aus. Diese können daher ab 1.1.2021 vernichtet werden. Beachten Sie aber, dass Unter­lagen dann weiter aufzu­be­wahren sind, wenn sie in einem anhän­gigen Beschwer­de­ver­fahren oder für ein anhän­giges gericht­li­ches oder behörd­li­ches Verfahren (lt UGB), in dem Ihnen Partei­stel­lung zukommt, von Bedeu­tung sind.

Achtung: Für Grund­stücke, die ab dem 1.4.2012 erst­mals unter­neh­me­risch genutzt werden, gilt im Falle einer Ände­rung der Verhält­nisse, die für den ursprüng­li­chen Vorsteu­er­abzug maßgeb­lich waren, ein Berich­ti­gungs­zeit­raum für die Vorsteuer von 20 Jahren. Die Aufbe­wah­rungs­frist für Unter­lagen derar­tiger Grund­stücke beträgt 22 Jahre.

TIPP: Unab­hängig von den gesetz­li­chen Bestim­mungen sollten Sie als Privat­person sämt­liche Belege im Zusam­men­hang mit Grund­stü­cken aufbe­wahren. Dazu zählen neben dem Kauf­ver­trag vor allem auch die Belege über Anschaf­fungs­ne­ben­kosten (zB Anwalts- und Notar­kosten, Grund­er­werb­steuer, Schätz­kosten) sowie über alle nach dem Kauf durch­ge­führten Inves­ti­tionen. All diese Kosten können nämlich bei der Veräu­ße­rungs­ge­winn­ermitt­lung auf Basis der tatsäch­li­chen Anschaf­fungs­kosten von der Steu­er­basis abge­setzt werden. Weiter sollten Sie keines­falls Unter­lagen vernichten, die zu einer allfäl­ligen zivil­recht­li­chen Beweis­füh­rung notwendig sein könnten (zB Produkt­haf­tung, Eigen­tums­recht, Bestand­recht, Arbeits­ver­trags­recht etc).

TIPP: Auf jeden Fall platz­spa­render ist eine elek­tro­ni­sche Archi­vie­rung aller Buch­hal­tungs­un­ter­lagen. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass die inhalts­gleiche, voll­stän­dige und geord­nete Wieder­gabe bis zum Ablauf der gesetz­li­chen Aufbe­wah­rungs­frist jeder­zeit gewähr­leistet ist.



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